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- TuS Vereinslokal -



Spiele aktuell:



Status Sportplatz
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Hersel

Stadt Bornheim

Koordinaten:

50° 46′ N, 7° 3′ O

Fläche:

16,52 km²

Einwohner:

4.537 

(31. Dez. 2010)

Eingemeindung:

1. Aug. 1969

Postleitzahl:

53332

Vorwahl:

02222

 


ZDF - Torwandschießen
ZDF - Torwandschießen

Besucher seit April 2011


Die D2 des TuS gewinnt beim TuS Pützchen mit 5:0

Wir haben das Licht gesehen …

Ihr kennt die Szene aus Blues Brothers, oder ? Jake und Elwood geraten in einen Baptisten-Gottesdienst. James Brown als Prediger bringt Jake derart in Ekstase, dass dieser verzückt brüllt: I can see the light, den Mittelgang der Kirche mit einer Reihe Flik-Flaks hinter sich lässt und dabei die Idee entwickelt, wie die 5000 Dollar für die Steuerschulden ihres alten Kinderheims aufgetrieben werden können. Wir bringen die Band wieder zusammen
 
Diese Szene ging mir durch den Kopf, als ich nach Vergleichen suchte für den Gemütszustand in dem sich Spieler, Eltern und Trainer der D2 am Samstagnachmittag gegen 15.30 h nach dem Ende des Spiels unserer D2 beim TuS Pützchen befanden.
 
Ja meine Güte, denkt die Welt. Geht's auch ein bisschen kleiner. Is nur Fussball. D-Jugend Kreisklasse Bonn Staffel 7. Ein Spiel von Hunderten an diesem Wochenende. Und die Saison ist noch ganz jung. Nichts ist entschieden.
 
Alles richtig - Und trotzdem total daneben.
 
Um ungefähr einordnen zu können, was dieser Sieg für die 10 Jungs (und für die 3, die nicht dabei sein konnten) und Ihren Trainer bedeutet, muss man falls noch nicht geschehen - vielleicht als Erstes mal den Bericht über die Hinrunde der letzten Saison lesen. Den gibt es hier auf der Homepage gleich nebenan (D2-Saisonbericht Hinrunde: Stichwort: Sonne nicht gesehen). Dann stellt man sich vor, dass die Rückrunde exakt genauso verlaufen ist. Eine Niederlage an der anderen. Eine höher als die andere. Kein Gegner auch nicht der TuS Pützchen - der auf den Gedanken kommt, 10:0 sei doch eigentlich auch ein stattliches Ergebnis und es danach ein bisschen langsamer angehen lässt. Über ein Jahr haben die Jungs das durchgehalten und sich Woche für Woche mit dem gleichen Einsatz ins Getümmel gestürzt und mit dem gleichen Anstand verloren.
 
Einen 7:6 Sieg in Widdig gab es zwar unterwegs, aber der steht eigentlich der D1 zu, die mehr als die Hälfte der Mannschaft ausgemacht hat, weil die D1 spielfrei hatte und wir an diesem Samstag nur zu Dritt sein konnten.
 
Im September beginnt die aktuelle Saison und die Niederlagen fallen in den ersten Spielen zwar in Teilen nicht mehr ganz so drastisch aus, aber es waren auch weiterhin Niederlagen.
 
Und dann kommt der 12. Oktober und das Spiel in Pützchen. Der Trainer hat durchaus wahrgenommen, dass wir nach den bisherigen Staffelergebnissen zum Saisonstart die eher stärkeren Teams zum Gegner hatten und dass das heute das erste Spiel gegen einen Gegner aus unserer Tabellenregion ist. Trotzdem schütteln wir 408 Tage mit Niederlagen nicht einfach so ab und halten den Ball auch innerlich lieber flach.
 
Dann ist es 14.15 h und die Trainerkollegen aus Pützchen müssen feststellen, dass sie nur 5 (anstatt 7) Spieler zur Verfügung haben. Mmh Wat nu, würde der Jugendleiter sagen. Die Lage führt zu heftigen inneren Konflikten im Fairness-Koordinatensystem des Trainers. In der Vergangenheit (vor den 408 Tagen) gab es in solchen Situationen kein langes Überlegen: Dann haben wir eben auch nur zu Fünft gespielt. Aber heute wiegen die Argumente auf der anderen Seite schwer. Eine der wesentlichen Qualitäten, die die D2-Jungs auf der langen Durststrecke bewiesen haben, ist Ihr Durchhaltevermögen. Abgesehen vom Spiel in Widdig gab es kein Spiel, bei dem wir keine vollständige Mannschaft stellen konnten. Und dann soll der Trainer, also ich, die Jungs an dem Tag, aus dem Sie aus dieser Qualität erstmals einen echten Vorteil ziehen können, Sie dieses Vorteils berauben. Sorry, Freunde aus Pützchen ! Aber das schaff ich nicht.
 
So spielen wir also zu Beginn 7 gegen 5. Nach 20 Minuten trifft ein weiterer Spieler ein. Ab da geht es 7 gegen 6.
 
Es dauert einen Moment, bis sich die Herseler Jungs an das Gefühl gewöhnen, dass sie ein Übergewicht auf dem Platz haben, dass das Spiel sich nicht ausschließlich in ihrer eigenen Hälfte abspielt und sich deshalb Torchancen für uns ergeben. Am schnellsten hat es Aaron begriffen, der zwei Angriffe mit blitzsauberen Spannschüssen abschließt. Wir führen 2:0 !!
 
Euphorie macht sich breit. Jetzt nicht übermütig werden. Es ist nicht so, dass sich der TuS aus Pützchen in Unterzahl keine Chancen erarbeitet. Immer wieder mal findet ein langer Pass den Weg in die Herseler Hälfte. Aber die Herseler Abwehr ist nichts willens, die langersehnte Führung wieder herzugeben. Immer wieder holt einer der Herseler Abwehrrecken die aufs Tor zustürmenden Angreifer noch ein und klärt. Und die Schüsse, die dann doch aufs Tor kommen, die hält Raphael fest.
 
Durch die gegnerischen Angriffe ergeben sich aber auch immer wieder Herseler Konterchancen. Eine davon nutzt Simon, unser Debütant, um das 3:0 und damit den Halbzeitstand zu markieren.
 
Am Beginn der zweiten Halbzeit haben sich die Jungs aus Pützchen dann erkennbar vorgenommen, das Spiel noch nicht verloren zu geben und machen Druck. Eine Zeit lang sieht es so aus, als könnte das Spiel kippen. Aber wie auf Bestellung findet Aaron genau den richtigen Zeitpunkt, um mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter zum 4:0 dem gegnerischen Angriffsschwung die Spitze zu nehmen. Es wird zwar weiter verbissen gekämpft und es gibt Chancen auf beiden Seiten. Aber mit jeder Minute, die die Uhr weiterkriecht, wächst der Glaube, dass es tatsächlich klappen wird mit dem ersten Sieg nach so langer Zeit.
 
Nach dem Abpfiff kennt der Herseler Jubel verständlicherweise keine Grenzen. Da wir nicht wissen, wann wir das nächste Mal dazu Gelegenheit haben, absolvieren wir das ganze Jubelprogramm incl. We are the champions auf der Auto-Rückfahrt. Im allgemeinen Trubel schaffen wir es dann zwar nicht mehr, den Schiedsrichter davon zu überzeugen, dass wir eigentlich nur 4:0 gewonnen haben, aber das bleibt nur eine Randnotiz an einem Tag, der sicher nicht die Welt verändert, der aber den 10 Herseler Jungs und ihrem Trainer noch lange in Erinnerung bleiben wird und von dem wir zehren werden, wenn dann sicher auch wieder Niederlagen kommen.
 
Und das Beste ist: Wir müssen die Band gar nicht mehr zusammenbringen. Wir sind schon eine. Und was für eine ... !!
 
Matthias Braun


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